Sera Kim

Medizinische Ernährungsberaterin Sera Kim im Interview

Über Darmgesundheit & ihr Konzept der medizinischen Ernährungsberatung

Magst du dich selbst kurz vorstellen? Wer bist du und wie bist du zu dem gekommen, was du jetzt anbietest?

Hallo, mein Name ist Sera Kim. Ich bin Fachärztin für Anästhesie und arbeite seit über 16 Jahren in diesem Bereich.

Wie die meisten meiner Klienten hatte auch ich zunächst eine Reihe von Ärzten konsultiert um Herr meiner vielen kleinen Beschwerden zu werden, die aus schulmedizinischer Sicht allesamt nicht eindrucksvoll genug waren, um behandelt zu werden. Bzw. hatte ich nichts zu bieten, was medikamentös behandelt werden kann.

Mir kam der Gedanke, dass ich ja selbst Ärztin bin! Ernährung, Verdauung und seine Auswirkungen waren zwar (noch) nicht meine Themen, aber mein eigener Leidensdruck war die Motivation, mich in die Materie einzuarbeiten. Mit immer wachsender Leidenschaft habe ich mich mit dem Thema Darmgesundheit beschäftigt.

Ich habe mich in Ernährungsmedizin weitergebildet, bin zertifizierte Orthomolekular-Therapeutin und habe einen Kurs der University of Colorado Boulder zum Thema Mikrobiom erfolgreich abgeschlossen. Außerdem habe ich unzählbar viele Artikel studiert, besonders aus dem Bereich Functional Medicine.

Viele Methoden habe ich im Selbstversuch getestet, nach meinen eigenen Erfolgen habe ich zunächst Freunde und Bekannte beraten, und seit Anfang 2016 bin ich zusätzlich als Medizinische Beraterin tätig.

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Was ist deiner Meinung nach das Allerwichtigste für die Gesundheit?

Schlaf. Na, jetzt ernsthaft. Regelmäßig und ausreichend zu schlafen, ist absolut unabdingbar für dein Wohlergehen und deine Funktionsfähigkeit. Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, weil Schlaf nicht meine Expertise ist. Aber ich kann sagen, dass du ohne qualitativ und auch quantitativ guten Schlaf im Grunde nicht funktionieren kannst – weder physisch, noch mental und schon gar nicht emotional. Ich kann zu diesem Thema das Buch „Why we sleep?“ von Matthew Walker wärmstens empfehlen.

Und an zweiter Stelle kommt dann die Ernährung? 

Hm, wenn Du mich so fragst, gibt es noch mehr Faktoren, die ich vor eine gesundheitsfördernden Ernährung stellen würde …

Die da wären?

Zum Beispiel: Verbindung! – Connection. Familie, Freunde, das Gefühl der Zugehörigkeit. Es ist wichtig, ein soziales Netzwerk zu haben und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Was die Gesundheit angeht, kommt das noch weit vor der richtigen Ernährungsweise.

Was kommt noch davor? 

Zeit draußen in der Sonne – in der Natur – zu verbringen! Im Grunde die Verbindung zu Mutter Natur. Mal raus aus der digitalen Welt, raus aus der Großstadt, weg von Lärm, Abgasen, Reizüberflutung … und rein in die Ruhe der Natur. Sei es der heilende Wald, der weite Blick über die Berge oder über den Ozean. Hauptsache verbinden mit der Natur.

An wievielter Stelle erst kommt die Ernährung ins Spiel?

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Hahaha … eigentlich möchte ich gar kein Ranking machen. Tatsächlich ist die richtige Ernährungsweise nicht alles, aber eine Sache würde ich noch davor stellen: Das richtige Gedankengut. Deine Einstellung, Deine Attitüde, Dein Mindset. Du kannst – nach aktuellem wissenschaftlichen Stand – die beste Ernährungsweise haben … wenn Du aber voller Emotionen wie Hass, Trauer, Schuldgefühlen, schlechtem Gewissen, Neid oder Missgunst bist, dann wirst Du Deinen Körper damit richtig krank machen. 

Hier kommt eine weitere Buchempfehlung: Dostojewskis “Verbrechen und Strafe”. Dieser Klassiker wird als schwere Kost beschrieben, aber ich fand, dass das Buch sehr gut zu lesen war. Er beschreibt die gesamte Psychologie eines Verbrechens. Das schlechte Gewissen frisst den Protagonisten förmlich körperlich auf.

Die Psyche kann sehr stark sein, sowohl gesundheitsfördernd wie auch krankmachend. Was zur nächsten und für dieses Interview letzten Buchempfehlung führt: „Mind over Medicine“ von Lissa Rankin. Sie schreibt über den Placebo- und auch Nocebo-Effekt. Also, über die Macht Deiner Gedanken und Emotionen über Deinen Körper, im positiven wie auch im negativen Sinn. Der deutsche Untertitel lautet „Warum Gedanken oft stärker sind als Medizin“.

In deiner Beratung geht es aber um Ernährung? 

Primär ja. Andere Faktoren in deiner täglichen Routine werden allerdings mit berücksichtigt, wie beispielsweise deine Schlafhygiene, Zeit in Bewegung und draußen in der Natur sowie mögliche externe Gifte im Alltag – um nur ein paar zu nennen. Ich habe einen Fokus auf Ernährung, der Blick bleibt jedoch ganzheitlich.

Okay, und wie sieht dein Angebot konkret aus? 

An erster Stelle steht das Kennenlernen und gegenseitige Prüfen, ob man zusammenarbeiten möchte. Beim Ernährungs-Coaching muss die Chemie stimmen, sonst wird es nicht effektiv sein. Und ich muss anhand von Deiner Vorgeschichte und aktuellen Symptomen sowie Zielen natürlich schauen, ob Dir mein Konzept der medizinischen Ernährungsberatung voraussichtlich überhaupt von Nutzen sein wird.

Was ist, wenn man alles macht, wozu du einem rätst, es aber nichts bringt?

Das ist äußerst unwahrscheinlich bzw. kam das bisher noch nicht vor. Deshalb ja das Erstgespräch, in dem ich einschätze, ob ich helfen kann. Und wenn ich meine, dass ich Deine Situation verbessern kann, dann war das bisher auch immer so. Vorausgesetzt Du machst mit! Also, ich kann Dich informieren und beraten, Handeln musst Du selbst. Am Ende liegt es natürlich in Deiner eigenen Verantwortung etwas an Deiner Situation zu ändern. Viele Menschen wollen das auch und sind bereit, wissen aber nicht wie. Hier kommen Ernährungs-Coaches ins Spiel. Ich habe mich auf Probleme spezialisiert, die ernährungsmedizinisch zu lösen sind.
Meine Klienten haben oftmals eine Odyssee von Arztbesuchen hinter sich, und das nicht selten über viele Jahre hinweg. Sie gehen von Hausarzt zu Gastroenterologe zu Hautarzt zu Allergologe zu Neurologe zu Rheumatologe und was weiß ich nicht, welche Fachrichtungen noch involviert werden …

Am Ende konnte meist gar nicht oder nur vorübergehend geholfen werden. Meine Klienten haben oftmals keine auffälligen Laborwerte, sie sind auf Herz und Niere geprüft, und schulmedizinisch erscheinen sie gesund. Es ist für die Betroffenen jeweils zum Verzweifeln, wenn nichts gefunden wird und man als gesund abgestempelt wird – obwohl es doch klare und auch objektivierbare Beschwerden gibt. Es handelt sich um schwer greifbare Symptome wie Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen, Hautirritationen, Kopf- oder Gelenkschmerzen, oder häufige Erkältungen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf… Die Reihe der Beschwerden kann sehr lang und breit gefächert sein.

Wenn die Beschwerden so vielfältig sind, wie kann es sein, dass die Lösung für alles Mögliche im Darm liegt?

Und warum zeigt sich ein defekter Darm nicht bei allen Menschen mit den gleichen Symptomen? Wie macht das Sinn?

Die Lösung liegt nicht immer im Darm, aber wenn keine andere handfeste Diagnose gestellt werden kann, dann sollte als erstes die Darmgesundheit wieder hergestellt werden. Wer dann trotzdem noch unter darmfernen Beschwerden zu leiden hat, bei dem macht es Sinn, auf die spezifische Suche zu gehen. Du wirst nicht glauben, was alles mit deiner Darmgesundheit  zusammenhängt! 

Die Tatsache, dass Symptome von Mensch zu Mensch so unterschiedlich aussehen können, macht unsere Individualität deutlich. Jeder Körper spricht durch seine Schwachstellen. Der eine hat eine schwache Hautbarriere, während der andere seine Darmgesundheit durch Gelenkschmerzen angezeigt bekommt, und eine dritte Person bekommt Kopfschmerzen.

Ich bin keine Haut-, Augen-, oder Gelenkärztin, aber ich bin Expertin darin, wie die Darmschleimhaut wieder aufgebaut wird.

Wie findest Du heraus, wo die Ursachen liegen und warum haben das die anderen Ärzte nicht geschafft, die der Patient vor Dir schon konsultiert hat?

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Das liegt an unserem Gesundheitssystem. Der Gastroenterologe beispielsweise ist dazu da, um nachzuschauen, ob sich hinter deinen Symptomen etwas Ernsthaftes versteckt – beispielsweise ein bösartiger Tumor. Oder etwas akut Lebensbedrohliches wie eine Magenblutung oder ein entzündeter Blinddarm. Wenn das nicht der Fall ist und wenn medikamentös, operativ oder sonst interventionell nichts zu machen ist, dann wirst du häufig mit deinen (aus medizinischer Sicht) nicht so schlimmen Leiden allein gelassen. Du mögest dich wieder melden, falls es schlimmer werde.

Und der durchschnittliche Hautarzt oder Rheumatologe denkt oftmals gar nicht erst an eine Verbindung zwischen deinen Beschwerden und deiner Ernährung. Für Ekzeme gibt es eine Salbe –die auch hilft, aber nur akut. Wenn die Ursache nicht gelöst wird, dann kommen die Ekzeme aber immer wieder. Und für Gelenkschmerzen gibt es ja Schmerzmittel … Aber soll man die dann fortan täglich für den Rest des Lebens nehmen? Klingt nach keiner so berauschenden Lösung. Schließlich hat jedes Medikament auch unerwünschte Nebenwirkungen.

Und wer aus Sicht der Krankenkassen leichte Beschwerden hat, die noch kein vollständiges Krankheitsbild darstellen, der ist ohnehin auf sich allein gestellt.

Eine Krankenkasse informierte mich mal darüber, dass für Präventionsmaßnahmen nicht gezahlt werde, weil es meine eigene Aufgabe sei, gesund zu sein oder zu bleiben. Die Krankenkasse zahle erst, wenn man bereits krank ist. Ist ja auch eine Kranken- und keine Gesundheitskasse.

Aus den leichten Beschwerden müssen erst schwere werden, und man muss richtig offiziell krank sein, bis einem geholfen wird. Manchmal sind die Schmerzen subjektiv bereits absolut ernstzunehmen, eine Behandlung fällt aber nach Ansicht der Krankenkasse noch unter Präventivmaßnahme, weil es aus medizinischer Sicht nicht eindrucksvoll genug ist.

Ich las mal folgenden Satz, der mir sehr gut gefällt: „Ein guter Arzt sollte sich nicht daran messen, wie viele Medikamente er verschreibt, sondern bei wie vielen Menschen er Medikamente absetzen kann.“

Und ich hörte, dass in manchen Ländern ein Arzt dafür bezahlt werde, dass man gesund bleibt. Diese Ansätze gefallen mir sehr, allerdings wird im deutschen System so nicht wirklich die Tätigkeit eines Arztes verstanden, weshalb ich den Weg in die medizinische Ernährungsberatung gewählt habe.

Wie lange dauert es in der Regel, bis es nach Deinem Konzept zu Verbesserungen kommt?

Meistens bekommen wir innerhalb von drei bis vier Wochen deutliche Verbesserungen hin, wenn nicht sogar vollständige Beschwerdefreiheit. Folgen aus langjährig verschleppten schlechten Angewohnheiten können auch mal was länger dauern. Nach spätestens sechs Wochen sollte jedoch der Fahrplan klar sein. Während unserer Zusammenarbeit wirst Du unterwegs so viel über Ernährung und über Dich selbst gelernt haben, dass Du danach alleine weiter navigieren kannst. Selten ist es notwendig, dass das Coaching über sechs Wochen hinaus geht … Danach heißt es nur: Dranbleiben und nicht nachlassen! Es ist liegt allein in Deiner eigenen Hand, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Du wirst die Kompetenz haben, informierte Entscheidungen zu treffen. Was Du mit dem Wissen machst, liegt ultimativ bei Dir selbst. Du kannst aufblühen und gedeihen oder weiter leiden. Der Unterschied wird sein, dass Du zukünftig wissen wirst, warum Du leidest.

Warum brauche ich einen Ernährungs-Coach oder Ernährungsberater? Kann ich das nicht auch allein schaffen?

Selbst die motiviertesten Menschen mit schmerzhaften Symptomen, die bereit sind selbst aktiv zu sein, schaffen es meist nicht, allein beschwerdefrei zu werden.

Regelmäßig stoßen Experimente, gefährliches Halbwissen, die neuesten Trends voller Hoffnung und Entschlossenheit auf frustrierende Rückschläge. Mit etwas Glück kommst du hin und wieder auf einen grünen Zweig, aber immer bleibt die Ungewissheit, dass der gute Zustand nicht von Dauer ist. Kommt Dir das bekannt vor?

Nur Menschen mit einer strukturierten Strategie, die Wissen wie sie ihre Darmgesundheit wieder in den Griff bekommen, finden den Weg aus dieser Mühle heraus. Aber woher das Wissen nehmen? Wer hat diese Strategie, den Plan?

Es wimmelt nur so von Fehlinformationen da draussen, es gibt widersprüchliche Aussagen zu Hauf! Man weiss wirklich nicht mehr, wem man was überhaupt noch glauben kann. Es ist einfach zum verzweifeln. Richtig?

Sind Fette jetzt gut oder schlecht? Wieviel Zucker ist denn jetzt noch okay? Proteine, unbedingt Proteine, aber zu viel wiederum auch nicht? Wie bitte, rotes Fleisch sei krebserregend? Eier! Bloß nicht zu viele Eier! Und iss dein Gemüse, außer Tomaten!  Häh? Wer soll da noch durchblicken?? 

Zusammengefasst: Man kann schon allein seinen Weg finden. Aber vermutlich nicht innerhalb von sechs Wochen. Es gibt zwei Faktoren, an denen die meisten Menschen scheitern: Disziplin und Struktur. Ein Ernährungs-Coach oder Ernährungsberater hilft dir dabei, dran zu bleiben, dich an deine Verantwortlichkeit dir selbst gegenüber zu erinnern. Viel wichtiger sehe ich jedoch den zweiten Faktor: Ich habe schon viele Klienten erfolgreich ans Ziel begleitet, ich kann Dir die Kompetenz und auch Struktur aus mehreren Jahren Erfahrung bieten.

Vielen Dank für das informative Gespräch.

Wenn Sie mit Sera Kim zusammen arbeiten möchtest, können Sie gleich online einen Termin buchen.

“Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel.”

Kneipp

Medizinische Ernährungsberatung: FAQ

Häufig gestellte Fragen rund um mein Konzept der medizinischen Ernährungsberatung

Sie sind bei mir richtig, wenn Sie ernsthaft etwas an Ihrer Situation verändern möchten. Sie zeigen mir Entschlossenheit. Ganz offen gesprochen: Ich möchte meine Zeit und Expertise jenen Menschen widmen, die wirklich bereit sind, ihren Teil zur Veränderung beizutragen. Die finanzielle Investition schafft Verbindlichkeit – und diese braucht es für den Erfolg. Hier werden Nägel mit Köpfen gemacht.

Wenn es sich zeitlich und örtlich einrichten lässt, sehr gerne. Primär findet das Coaching jedoch ortsunabhängig per Telefon, WhatsApp (oder ähnliches) und E-Mail statt.

Rechnungen für Ernährungsmedizinische- und orthomolekularmedizinische Beratungen werden nach GOÄ geschrieben, und können somit bei privat Versicherten eingereicht werden. Coaching fällt nicht unter ärztliche Leistung und kann nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Gesetzlich versicherte Personen tragen die Kosten als IGeL Leistung generell selbst. 

Ja, es können individuelle Pakete geschnürt werden – Ihrem individuellen Bedürfnis und Geldbeutel entsprechend. Selbstzahlern räume ich gerne einen Rabatt ein. Kontaktieren Sie mich gern. Wir finden sicher eine Lösung!

Ohne Smartphone oder Computer wird der Austausch, und damit eine Zusammenarbeit mit mir, schwierig bis unmöglich. Dennoch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Kontaktieren Sie mich gern und wir schauen, ob wir dennoch einen gemeinsamen Weg finden.

Haben Sie noch Fragen? Kontaktieren Sie mich.